“Ein prächtiges Ding …”

Büste der Annette von Droste-Hülshoff vor der Meersburg © Susanne Wosnitzka 2013
Büste der Annette von Droste-Hülshoff vor der Meersburg © Susanne Wosnitzka 2013

Bei Annette auf der Meersburg:

“Mein Thurm ist köstlich, d. h. meinem Geschmacke nach einsam, graulich, – heimliche Stiegen in den Mauern – Fensterscheiben mit Sprüchen von Gefangenen eingeschnitten – eine eiserne Thür die zu Gewölben führt wo es Nachts klirrt und rasselt – und nun drinnen mein lieber warmer Ofen, – mein guter, großer Tisch mit Allem darauf, was mein Herz verlangt, Bücher, Schreibereyen, Mineralien, – und als Hospitant mein klein Kanarienvögelchen, das mir aus der Hand frisst und die Federn verschleppt. O, es ist ein prächtiges Ding, der runde Thurm! ich sitze darin wie ein Vogel im Ey, und mit viel weniger Lust heraus zu kommen…”

Einsame Dichterin

So schrieb Annette von Droste-Hülshoff (1797–1848) nur wenige Jahre vor ihrem Tod 1844 auf der alten Meersburg am Bodensee. Dort hatte sie – dank der Heirat ihrer Schwester Jenny mit Joseph von Laßberg – ihr Nest gefunden und konnte sich selbst verwirklichen (fernab von ihrer fast allmächtigen, erdrückenden Mutter), indem sie nicht nur „“Ein prächtiges Ding …”“ weiterlesen