Historische Femizide aus Augsburger Zeitungen – Abbilder unserer Zeit?

„49Jähriger ersticht in Ingolstadt seine 45jährige Ex-Partnerin vor den Augen der gemeinsamen Söhne“[1] – „30jähriger Mutter vier Mal in den Kopf geschossen – Frau trennte sich kurz vor der Tat von Partner [Fall Nina H. in Augsburg]“[2] – „Frau schwebt nach Messerangriff in Stuttgart in Lebensgefahr: Täter ist mutmaßlich ihr Ehemann“[3]

Meldungen zu Morden an Frauen der jüngsten Zeit in Deutschland reißen nicht ab, wie im Fall von Nina H. in Augsburg auch noch in laufenden Prozessen, wie die Augsburger Allgemeine in Reihe berichtet.

Wir lesen von solchen Taten fast täglich, die Presse im Allgemeinen titelt oft mit „Erschütternder Fall“, sehr oft in Zusammenhang mit „Beziehungstat“ oder (schlimmer) als „Familiendrama“, noch relativ selten mit „Femizid“. Dabei erschüttern uns solche Taten in der Regel nicht mehr, weil sie zu alltäglich geworden sind. Kommentare bei Bluesky oder Instagram besonders von Frauen bestätigen diese Beobachtung:
Wir sind es gewohnt, Gewalt zu erfahren. Uns wird von klein an eingetrichtert: Geh nicht mit fremden Männern, lass dich nicht auf sie ein, geh nicht in der Dunkelheit alleine, halte dich von abgelegenen Orten fern etc. – sofern es sich um fremde Männer handelt. Wir kennen diese Sprüche alle, sie begleiten uns ein Leben lang, wir werden sie nicht mehr los. Fast möchte ich schreiben: Sie scheinen in unserer DNA verankert zu sein. Wir möchten so nicht denken, sind als Selbstschutz aber darauf angewiesen.

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Revolutionen und ihre (tatsächlichen?) Opfer

Vicomte de Chateaubriand (1768-1748), Zeitzeuge der Frz. Revolution. Gemälde von Anne-Louis Girodet-Trioson. © Wikimedia.Commons (allgemeinfrei)
Vicomte de Chateaubriand (1768-1748), Zeitzeuge der Frz. Revolution. Gemälde von Anne-Louis Girodet-Trioson. © Wikimedia.Commons (allgemeinfrei)

Am 5. September 1793 wurde in Frankreich und v. a. in Paris die Einführung von Terror- und Gewaltmaßnahmen zur Unterdrückung von kontrarevolutionären Aktivitäten beschlossen. Die Unterdrücker hatten somit freies Spiel und konnten ihrer Gewalt freien Lauf lassen. Die Forschung spricht von mind. ca. 16.500 vollstreckten Todesurteilen, die Zahl der in den Gefängnissen gestorbenen Menschen oder derer, die ohne Prozess getötet wurde, belaufe sich auf ca. 40.000. Aus der schnellen Wiki-Recherche geht nicht hervor, wie viele Frauen und wie viele Männer getötet wurden, da in der Wikipedia[1] ausschließlich das gen. Maskulinum verwendet wird. Es wäre auch interessant, ob in der angegebenen Literatur speziell auf Frauen und Männer eingegangen bzw. auf die Geschlechterverhältnisse eingegangen worden ist.

Revolutionen – auch auf dem Papier

Heute habe ich in einer historischen Zeitung etwas entdeckt, das – sollten die Daten glaubhaft sein – sehr dazu beitragen kann, wie viele Frauen, Männer und auch Kinder tatsächlich ermordet worden waren: „Revolutionen und ihre (tatsächlichen?) Opfer“ weiterlesen