Beethovens & Mozarts verschollenes Oboenkonzert – Spur in Augsburg

Oboenkonzert von Beethoven UND Mozart – heiße Spur in Augsburg © Collage mit Bildern der wikimedia.commons (gemeinfrei)
Oboenkonzert von Beethoven UND Mozart – heiße Spur in Augsburg © Collage mit Bildern der wikimedia.commons (gemeinfrei)

Seit 2003 gibt es nichts Neues mehr zu Beethovens verschollenem Oboenkonzert, von dem nur noch Stückelwerk existiert. Das originale Manuskript zu Mozarts Oboenkonzert fehlt komplett. Auch Abschriften oder einzelne Teile davon sind nicht bekannt. Ein Zufall, dass beide fehlen? Nein! Niemand wusste, wo sich diese befanden. Ich weiß es nun – ob man ihnen damit auf die endgültige Spur kommt?

2017 wurde in Salzburg ein Hinweis auf das Mozartsche Werk entdeckt – dort wurde es zumindest gespielt, aus dem Originalmanuskript. Ab da verlief sich die Spur wieder. Bis jetzt. Im Spätsommer 2019 fand ich erste weitere Hinweise durch meine langjährige Beschäftigung mit historischen Augsburger Tageszeitungen, von denen ich bislang sieben zwischen 1746 und 1864 auf Musik- und andere interessante Meldungen untersucht habe.

Geheimnis in der unteren Altstadt?

Dadurch weiß ich, wo sich beide Original-Manuskripte zeitgleich befunden haben. Nicht bei Diabelli oder Artaria in Wien, sondern – genau – in Augsburg. Und sie standen dort in Zusammenhang mit dem Wirken des bislang noch völlig unbekannten Oboisten und Flötisten des historischen Augsburger Stadttheaters – Konrad Reichardt –, der auf diese Werke ein Auge hatte oder – wenn er schlau genug war (und das war er) – sich Abschriften davon angefertigt haben könnte! Und wer beide Werke nach Augsburg brachte, wo sie gespielt wurden und wie sie beim Publikum ankamen. Konrad Reichardt war nämlich der Schüler einer ganz, ganz großen musikalischen Wiener Ikone der Zeit.

Oboenkonzert und Abschriften?

Könnten sich Abschriften beider Oboenkonzerte, die er ggf. von den Originalen anfertigte, evtl. noch in der Fuggerstadt in unbekanntem Nachlass befinden? Falls ja, wären das gleich zwei Sensationen auf einmal. Auch ist eine historische Komponistin in diesen “Fall” involviert.

Vorschau

Zu meinen Funden erzähle ich erstmals auf dem kommenden Beethoven-Symposium in Bonn Ende September in einer Postersession der Gesellschaft für Musikforschung. Eine Veröffentlichung meiner Forschung erfolgt im Jubiläumsband zum Beethovenjahr 2020 des Beethoven-Hauses Bonn (in Arbeit, wurde durch Corona aufgehalten). Die Forschungsabteilung des Beethoven-Hauses Bonn war jedenfalls völlig aus dem Häuschen über meine Funde, die als bedeutender Meilenstein in der Beethoven- und Mozart-Forschung gewertet sind. Und das sind sie auch für die Augsburger Musikgeschichte.

Vortrags- und Interviewanfragen dazu nehme ich ab sofort gerne an.

Zum Reinhören:
+++ SWR Classic | Treffpunkt Klassik | Mo, 13. September 2021, zwischen 10 und 12 Uhr