Corona und Cholera – wortgleich wiederholte Geschichte

Wiederholt sich Geschichte nur dann nicht, wenn man aus ihr gelernt hat? Geschichte wiederholt sich manchmal sehr, und manchmal sogar als ziemlich exakte Kopie, auch im Wortlaut zu Corona und Cholera, mit rund 170 Jahren an Überlegungszeit dazwischen. Das ist mir in meinen Forschungen, zu denen ich mehrere Augsburger Tageszeitungen der Jahre 1746 bis 1850 in Gänze (!) auf Musik-, Kultur- und andere hochinteressante Meldungen[1] abgraste,  in dieser Deutlichkeit so nur im folgenden historischen Bericht begegnet, den ich gestern auf Twitter analysiert habe. Da dieser Tweet dort viral ging, stelle ich die ganze Geschichte hier noch einmal etwas weiter ausgebaut zur Verfügung:

„Corona existiert nicht, es ist eine künstliche, von der Politik geschaffene Krankheit!“ – 2020 zigfach auf sog. Corona-Demos gehört. „Die Cholera existirt nicht, es ist eine künstliche, politische Krankheit!“ – O-Ton 1849. Frappierende Ähnlichkeit? Es gibt weitere!

Verschwörungstheorie von Corona und der Cholera im Wortlaut, Augsburger Tagblatt 1849
Verschwörungstheorie von Corona und der Cholera im Wortlaut, Augsburger Tagblatt 1849

Augsburger Tagblatt, No. 234. Montag 27. August 1849, S. 1209: „Paris, 22. Aug. In Rochefort ist es am 14. August zu traurigen Scenen gekommen. Die Cholera trat dort so furchtbar auf, daß sie verhältnißmäßig die große Zahl von 21 Opfern täglich forderte, und fast nur aus der untern Volksclasse.“

Ein Volk in der Gosse
Augsburg um 1835. Stahlstich von F. Höfer © Wikimedia.Commons (gemeinfrei)
Augsburg um 1835. Stahlstich von F. Höfer © Wikimedia.Commons (gemeinfrei)

Weil die „untere Volksclasse“ regelrecht in der Kloake lebte. Über Jahre wurde zum Beispiel in Augsburg darum gebeten, pestilenzialisch stinkende Kanäle zu reinigen und abzudecken (besonders betroffen: der Hunoldsgraben hinter dem Rathaus), den Kot, der auf Haufen in den Straßen gesammelt wurde, regelmäßiger wegzufahren. Die Stadt reagierte kaum darauf. Augsburg war noch einigermaßen gut dran, da das „Corona und Cholera – wortgleich wiederholte Geschichte“ weiterlesen

Ohne Hefe kein Zwetschgendatschi – Datschipanik in Augsburg 1847

Augsburger Rathaus, Sitz des Magistrats, 1818 © Wikimedia.Commons (gemeinfrei)
Augsburger Rathaus, Sitz des Magistrats, 1818 © Wikimedia.Commons (gemeinfrei)

Die Stadt Augsburg und ihr Zwetschgendatschi: Myriaden an Artikeln[1] wurden bereits dazu verfasst, seit wann man diesen köstlichen Kuchen hier bereits kennt, woher das Rezept dafür sei oder wie dieser früher ausgesehen haben mag. Ein Thema, das dazu geführt hat, dass Augsburg auch ihren Zweitnamen Datschiburg irgendwann erhalten hat. Wie kam es dazu?

Es gab zwar bereits schon früh Haushaltungsschulen für Mädchen und junge Frauen in Augsburg; die Koch- und Backtraditionen scheinen darin aber eher vor allem mündlich weitergegeben und antrainiert worden zu sein, damit diese Künste dann im Familienalltag aus dem FF und dem Gedächtnis umgesetzt werden konnten, um auch Zeit zu sparen. „Ohne Hefe kein Zwetschgendatschi – Datschipanik in Augsburg 1847“ weiterlesen

In eigener Sache – kein Fußbreit

Zartes Pflänzchen Demokratie © Susanne Wosnitzka 2015
Zartes Pflänzchen Demokratie © Susanne Wosnitzka 2015

Seit dem 4. Dezember 2019 habe ich einen Eintrag im “Hetzportal” (Zitat Süddeutsche Zeitung, 28. Juli 2017) WikiMANNia, in dem ich fälschlicher und rufschädigender Weise als “männerhassende” Musikwissenschaftlerin bezeichnet werde, untermalt mit Fotos, für die ich niemals meine Genehmigung gegeben habe und deren Urheberrecht deutlich und unredlich missachtet wird.

Klarstellung: Ich setze mich selbstverständlich für Frauenrechte und Frauengeschichte ein. Frauenrechte sind Menschenrechte. Menschenrechte sind auch Frauenrechte. Ich fordere Parität in allen Belangen – Grundbedingung für ein demokratisches und freiheitliches Zusammenleben, auch und vor allem im Kulturbereich, weil: „In eigener Sache – kein Fußbreit“ weiterlesen