Zu Wolfgang Amadé Mozarts diesjährigem 270. Geburtstag am 27. Januar wurde ich im Auftrag der Deutschen Mozart-Gesellschaft als deren wissenschaftliche Beirätin von Leo Schurbohm für das Capito-Kindermagazin der Deutschen Presse-Agentur (dpa) zu Mozart als Wunderkind interviewt. Aber wie war das mit seiner Schwester Maria Anna? Und wie bedeutend war Mozarts Frau Constanze?
Nicht alle Antworten sind in die Veröffentlichung (u. a. Rheinische Post Ratingen, Thüringer Allgemeine, Augsburger Allgemeine) eingeflossen, daher habe ich sie hier in Gänze noch einmal beantwortet, bewusst in einfacher Sprache für Kinder gehalten.
Leo Schurbohm: Mozart wird oft als Wunderkind bezeichnet – was bedeutet das überhaupt und wieso wird er so genannt? Ist er auch wirklich eins?
Susanne Wosnitzka:
Man kann das quasi so beschreiben: Ein Kind, das quasi – auf welche Art auch immer – eine Art Wunder vollbringt. Oder noch besser: Ein Kind, über das Erwachsene sich wundern, weil es etwas macht oder kann, das man Kindern sonst nicht zutraut oder weil manche Dinge in der Regel nur Erwachsene können, wenn sie entsprechend gelernt oder sich ausgebildet haben. Also mit großer Mühe über viele Jahre und unter ständigem Üben, damit sich zum Beispiel Musik dann so leicht und mühelos anhört. Oder Rechenaufgaben oder Zeichnungen. Wie genau das funktioniert oder warum so etwas nur bestimmte Menschen können, wissen wir nicht genau. Das sind dann besonders begabte Menschen. Darin steckt das Wort ‚Gabe‘ – das ist eine Art Geschenk. Mit der man dann andere Menschen beschenken kann.
Ab dem 10. September 2025 kann es offiziell als 320 Seiten starkes Werk für 24,00 € als Hardcover oder E-Book erworben werden: FORTISSIMA! Verdrängte Komponistinnen und wie sie meinen Blick auf die Welt verändern (Goldmann) – aus den Federn der preisgekrönten SONY-Cellistin Raphaela Gromes und meiner Wenigkeit.
„Heldinnen der Musik – Wenn Sie in Ihrem Bekanntenkreis nach Komponistinnen klassischer Musik fragen, werden Sie feststellen, dass die meisten bei diesem Thema schnell ins Stocken geraten. Mit ihrer leidenschaftlichen Femmage möchte Star-Cellistin Raphaela Gromes dies ändern und begibt sich gemeinsam mit mir auf eine Entdeckungsreise zu den lange vergessenen und bis zum heutigen Tag unterschätzten Heldinnen der Musikgeschichte.
Wer also waren Amy Beach, Florence Price und Henriëtte Bosmans? Wie lebten die in Vergessenheit geratenen Frauen, die unermüdlich für ihre Kreativität und ihre Freiheit kämpfen mussten? Komponierten sie anders als ihre männlichen Kollegen? Was können wir heute von ihnen lernen? Das sind nur einige der Fragen, denen sich Raphaela Gromes mit großer Leidenschaft widmet und die sie mit einer Mischung aus fundiertem Wissen und Einblicken in ihr Leben als Musikerin lebendig werden lässt.“ (Goldmann)
Heldinnen der Musik
„Bei ‚Fortissima‘ geht es um Vorbilder, für alle Menschen, aber insbesondere für junge Frauen. Die Geschichten dieser Künstlerinnen handeln von persönlicher Integrität, dem Wunsch nach Freiheit und wörtlich unbändiger Kreativität. Es geht nicht nur um herausragende Musik, sondern auch um zutiefst inspirierende Persönlichkeiten.“ (Raphaela Gromes)
Entstanden ist dieses Buch in erster Linie aus der Beschäftigung von Raphaela Gromes in der Corona-Zeit heraus und der Bemerkung einer Freundin, warum sie eigentlich nie Musik von Frauen spiele. Erst dann ist Raphaela Gromes aufgefallen, dass sie tatsächlich keine Werke von Frauen in ihrem Repertoire hat – und warum eigentlich nicht. So entstand zunächst ihre CD Femmes (SONY 2023), und zwar in enger Kooperation mit dem Archiv Frau und Musik. Durch auch den Booklet-Text von Susanne Wosnitzka begeistert worden, kamen nach Veröffentlichung vermehrt Anfragen, daraus doch ein Buch zu machen, geschrieben für eine breitere Masse:
Nicht wissenschaftlich, nicht belehrend, sondern lehrend und erzählend und dennoch gestützt auf die Vielzahl belegter wissenschaftlicher Erkenntnis, sodass damit in Schulen und anderen Bildungseinrichtungen auch gearbeitet werden kann. Im Anhang des Buchs findet sich auch eine Handreiche, wo und wie man – nach Lektüre von FORTISSIMA! – schnell und am besten Online-Nachschlagewerke zu Komponistinnen findet, ergänzt um umfangreichere Listen zu empfehlenswerter und vertiefender (Einstiegs)Literatur, entsprechenden Musikverlagen, zu Spielfilmen, Dokus, Podcasts und internationalen Anlaufstellen rund um Komponistinnen.
Zur richtigen Zeit am richtigen Ort
Auf Vermittlung fand sich 2023 schnell die Literarische Agentur Kossack in Hamburg, sowie die sofortige Begeisterung des Münchener Goldmann-Verlags (Penguin Group) als Mischung aus Sach- und Erzählbuch als auch teils Autobiografie mit Einblick in Privatleben und Karriere der Künstlerin Raphaela Gromes als spannende und untrennbare Verknüpfung.
Anhand hauptsächlich Cello- und Orchester-Komponistinnen schaut das Buch weit zurück in die Geschichte: Wer war eigentlich die „erste“ Komponistin? Welche Cellistin reiste als „erste“ mit ihrer Kunst durch Europa? Und wie reist es sich heute mit einem wertvollen Instrument? Wie kam es, dass Raphaela Gromes als Frau – noch dazu in einem Hosenanzug! – überhaupt auf einer Bühne spielen kann und darf? Wie gingen Politik, Feminismus und Mode-Entwicklung dazu Hand in Hand? Was waren die Meilensteine im Fortkommen der Frauen? Was waren – und sind – die Stopp-Stellen und Hindernisse? Wie kam es und wem ist es zu verdanken, dass wir heute so viel zu Komponistinnen überhaupt wissen? Was sind die Zahlen und Fakten von heute? Auch Teile meiner eigenen historischen Forschungen konnten in dieses Buch einfließen.
Gleichzeitig zum Buch wird eine weitere und gleichnamige Doppel-CD (Booklet-Text: Susanne Wosnitzka) bei SONY erscheinen, deren Repertoire ebenfalls bei uns, im furore Verlag und durch Hilfe von Privatpersonen aus heimischen „Schatzkisten“ recherchiert wurde: Mit Großwerken – eingespielt mit dem Deuschen Symphonie-Orchester DSO (Leitung: Anna Rakitina) – sowie mit Kammermusik, als teils bedeutende Ersteinspielungen mit Raphaela Gromes‘ congenialem Klavierbegleiter Julian Riem:
Die erste Hälfte des Doppelalbums widmet sich Kompositionen für Cello und Klavier von Henriëtte Bosmans, Victoria Yagling, Emilie Mayer, Mélanie Bonis, Luise Adolpha Le Beau – ergänzt durch ein Arrangement von All I Ask von Adele. Die zweite Hälfte enthält die Cellokonzerte von Maria Herz und Marie Jaëll, eine Ballade für Cello und Orchester von Elisabeth Kuyper, die eigens für das Album komponierten neuen Orchesterwerke Femmage I und Femmage II von Rebecca Dale, sowie eine orchestrale Bearbeitung des Titels Wild Hearts Can’t be Broken von P!NK.
Neues in Musikverlagen
Im Zuge der Albumproduktion entstanden auch drei Notenerstausgaben: Henriëtte Bosmans Cellosonate wird mit Fingersätzen von Raphaela Gromes und Julian Riem beim renommierten Henle Verlag herausgegeben. Marie Jaëlls Cellokonzert, ergänzt um einen neu entdeckten und für das Album erstmals eingespielten zweiten Satz, erscheint in einer Edition von Julian Riem beim furore Verlag. Elisabeth Kuypers Ballade für Cello und Orchester, deren Originalpartitur verschollen ist, wurde von Julian Riem aus dem erhaltenen Klavierauszug neu orchestriert und erscheint nun in einer Edition bei Boosey & Hawkes.
Wir hoffen, dass mit diesem Buch das Wissen zu Komponistinnen wesentlich weiter und breiter in der Bevölkerung gestreut werden kann und Buch und CDs „ein erfrischender Blick auf die weibliche Musikgeschichte“ sind – „und die charmante Einladung, sich mit herausragenden Komponistinnen und ihrer fantastischen Musik zu beschäftigen“ (Goldmann).
Das Buch kann auch bis 23. August über die Autorenwelt-Webseite – mit Signierung! – vorbestellt werden!
Via Goldmann-Verlag finden Sie hier bereits fixe Termine für Lesungen und Konzerte, die laufend ergänzt werden. Melden Sie sich gerne bei veranstaltungsteam[at]penguinrandomhouse.de für Anfragen. Für die beiden Veranstaltungen in Berlin (Kulturkaufhaus Dussmann, 23. November) und München (Prinzregententheater, 25. November) konnte Judith Rakers als Erzählerin gewonnen werden. Bei einigen der Veranstaltungen werde auch ich vor Ort sein zum Signieren.
Augsburger Zeitungen in der Zeitung? Vor ein paar Wochen besuchte ich das Konzert der Augsburger Pianistin Stephanie Knauer im Schaezlerpalais. Sie glänzte mit einem Strauß an historischen Komponistinnen wie Maria Teresa d’Agnesi Pinottini (1720–1795), Helene Riese (1795–1869), Cecilia Maria Barthélemon (ca. 1768 – nach 1827), Juliane Reichardt (1752–1783), Josepha (Josephine) Barbara von Auernhammer (1758–1820) sowie der Uraufführung eines Werks von Dorothea Hofmann in ihrer Hommage an die Blaugestrumpften. Darin spielte sie auf dem Neupert-Nachbau des historischen Flügels von Johann Andreas Stein, der original im Mozart-Haus steht. Auch ein Werk Ignaz von Beeckes (1733–1803) war dabei, der Johann Andreas Steins Tochter Nannette Klavierunterricht gab – wovon Wolfgang Amadé Mozart überhaupt nicht begeistert war, weil Beecke wohl kein guter Lehrer war.
Fruchtbare Kooperation
Das Interesse an Augsburger Geschichte und Komponistinnen verbindet mich uns Stephanie also – daher schlug Stephanie vor, zu mir und meinen Funden in historischen Augsburger Zeitungen ein Interview zu machen. Darin erzählte ich zu einer von mir aufgefundenen heißen Spur zu Beethovens und Mozart verschollenen Oboen-Konzerten, die aber hier in Augsburg aus Originalmanuskript von Ernst Krähmer im Stadttheater aufgeführt wurden. Oder wie Clara Schumann zu ihren Konzerten in Augsburg kam, wo sie möglicherweise übernachtete (und wo definitiv nicht), wer ihre Konzerte organisiert und wessen Flügel sie spielte. Ebenso mit Unbekanntem zu Franz Liszt, der nicht nur als Kind in der Lechstadt konzertierte. Also ganz aufregende Sachen, die aufhorchen ließen!
Stephanie Knauer: „Hier spielte die Musik im 18. und 19. Jahrhundert“, in: Augsburger Allgemeine, Mittwoch 14. September 2022, Nr. 212, S. 29.
Und so erschien dieser Artikel in Großformat auf halber Seite gestern am 14. September 2022 in der Augsburger Allgemeinen, zu dem bereits ein Echo vorliegt und zu neuen Ideen für Konzerte und Vorträge in Augsburg zu völlig unbekannter musikalisch-gesellschaftlich-sozialer Geschichte führen kann. Bleiben Sie also dran!
#Augsburg zwischen dem Mittelalter und dem 19. Jahrhundert. Eine Zeitung als Quelle und ein Gespäch mit Susanne Wosnitzka (@Donauschwalbe) über den Kulturbetrieb und #Frauen in dieser Zeit. Hört rein! https://t.co/nVuuWfvPuT
Im Frühling 2022 wurde ich von Philipp Janssen (Historiker) zu meinen Funden in historischen Augsburger Tageszeitungen in einem Interview befragt – jetzt wurde es veröffentlicht!
Philipp bietet auf seiner Webseite Anno PunktPunktPunkt eine ganze Reihe von mittlerweile über 80 Podcast-Folgen zu aktueller Forschung aus der Geschichtswissenschaft. In jeder Folge spricht er mit einem Gast über ihr/sein aktuelles Forschungsprojekt. Dabei wird nicht nur ein Projekt an sich besprochen, sondern es wird auch darüber geredet, wie man überhaupt dazu gekommen ist, welche Quellen man nutzt und welchen Forschungsstand man vorgefunden hat. Ziel ist es einerseits dem Projekt und dem Menschen dahinter eine Öffentlichkeit zu bieten, andererseits geht es darum der Hörer:innenschaft dieses Projekt zu vermitteln.
In der 84. Folge mit mir geht es um Augsburg zwischen dem Mittelalter und dem 19. Jahrhundert. Um eine Gaststätte, die heute vollkommen in Vergessenheit geraten ist. Die aber zu dieser Zeit den wohl weltweit größten Konzertsaal hatte. Über mich als Forschende, die weit über diese Spielstätte hinaus Geschichten und Ereignisse verschiedenster Art in historischen Zeitungen gefunden hat und viel darüber berichten kann. Und besonders zur Augsburger Frauengeschichte!
Zum heutigen Todestag der Komponistin Fanny Hensel wurde ich vor ein paar Tagen vom Bayerischen Rundfunk interviewt. Dabei herausgekommen ist ein schön verfasster Beitrag von Svenja Wisser als kurzes Portrait, hier zum Nachlesen.
Das Interview wurde heute morgen in der BR-Sendung Piazza ausgestrahlt, die man hier nachhören kann. Mit Ende des Interviews wünschte ich mir Fanny Hensels zauberschönes Gondellied (bei Uhrzeit 09:38), das sie aus ihren Eindrücken in Venedig zu Papier brachte.
In dieser Sendung wurden 23 Musikwerke gesendet. Hätte ich mir das Gondellied nicht gewünscht, wäre kein einziges Werk einer Frau im Programm der Sendung gewesen. 22:1 – das geht heutzutage dank mittlerweile vorhandenem Wissen zu Komponistinnen und vorhandenen eingespielten Werken von Frauen doch besser.
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Anfang Februar war ich zu Gast im Kofra e. V. in München mit meinem Vortrag zur unbekannten Hosenträgerin Emilie Lehmann, die Revolutions- und Emanzipationslieder verfasste, und zu den Löwinnen von Paris im Mittelpunkt, einer großen ebenfalls noch kaum bekannten Frauenbewegung in Paris, deretwegen noch im 18. Jahrhundert neue Hosenverbots-Gesetze eingeführt wurden, die – lange vergessen – offiziell bis 2013 galten.
Journalistin Elke Amberg hat mich zu meiner Forschungsarbeit interviewt, vor wenigen Tagen im Radio Lora München im Rahmen des Internationalen Frauentags ausgestrahlt wurde.
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Zeitgleich ist mein Aufsatz dazu auch als gedruckte Publikation erschienen: OutSisters – InSisters – Lesben. Lesbisch-feministisches Begehren um Autonomie. Reader zum Lesbenfrühlingstreffen 2021 Bremen: «Lesbenfrühling – rising to the roots», herausgegeben von Barbara Guth und Susanne Bischoff, ISBN/EAN 978-3-347-54788-9, Preis 24.90 €/28.00 CHF. Ein dickes Buch von Gewicht: 715 Gramm, 386 Seiten, Format 24 × 17 cm, reich bebildert:
„In den umfangreichen Kapiteln «Auszüge erforschter Frauenliebe», «Feministische Perspektiven frauenliebender Frauen», «FrauenLesbenWirklichkeiten» präsentieren sodann feministische Autorinnen aus verschiedenen Ländern Ausschnitte ihrer Arbeiten für historische, kulturelle, künstlerische, körper-, gesundheits- und gesellschaftspolitische Sichtweisen lesbischer Frauen und laden zum Stöbern, Diskutieren und Forschen ein.“
Ich wünsche damit viel Freude und schöne Entdeckungen!
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Unter dem Hashtag #AdventInFemDur finden Sie auch dieses Jahr wieder einen musikalischen Adventskalender auf Twitter. Vom 1. Dezember 2021 an bis einschließlich 27. Dezember in meinem dortigen Profil jeden Morgen um 7 Uhr ein neues virtuelles Türchen (Tweet) zu einer hörenswerten Komponistin, quer durch die Jahrhunderte, Nationen und Religionen.
Da man bei Twitter nur einzelne Tweets und keine Threads (mit mehreren Tweets untereinander) timen kann, werde ich die einzelnen ‚Türchen‘ im Advent chronologisch noch unter den Start-Tweet setzen, damit alle ‚Türchen‘ beieinander sind:
Ihr Lieben,
unter diesem Hashtag findet ihr wie letztes Jahr vom 1.-27. Dezember jeden Tag um/ab 7 Uhr morgens ein virtuelles Türchen zu einem musikalischen #Adventskalender durch die #Frauenmusikgeschichte.
Lasst euch überraschen & labt euch daran 🎄
Eure Sou pic.twitter.com/SdpUbJQdFR
Viel Freude damit und Ihnen einen trotz aller Corona-Schrecknisse einen eingermaßen angenehmen Advent!
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„Ooooh, wie schön, das hat mir letztes Jahr schon so gut gefallen!“ – Lisa, Twitter „War letztes Jahr so toll und hat mir über eine schwierige Zeit weggeholfen. Ich freu mich schon, danke fürs Zusammenstellen.“ – Ulrike, Twitter „Wie schön! Ich freu mich drauf“ – Marie und Sabine, Twitter
2015 moderierte ich einen Talk mit internationalen Komponist:innen im Rahmen des Specs-On-Festivals in Berlin unter Kuration des schwedischen Bassisten Emil Roijer im meCollectors Room der Stiftung Olbrich.
2019 war ich erstmals in Stockholm, um für Den Andra Operan und deren Aufführung von Talestri, regina delle amazzoni (Maria Antonia Walpurgis von Sachsen, UA 1760/1763 München) fürs Programmheft zu schreiben und um an einer Kooperation mit musica femina münchen zu arbeiten, damit dieses sehr faszinierende Werk in diesem modernen Arrangement in München erstmals wieder am Ort seiner Uraufführung in Schloss Nymphenburg erlebt werden kann.
Wegbereitung
Und Ende 2019 war eine vertiefende Wegbereitung auf einem kleinen Komponistinnen-Fest in der schwedischen Botschaft in Berlin. Gäste waren außer mir nach vorangegangener elektroakustischer Musik (von Savannah Agger, Claire Renard, Lucie Prod’homme, Sophie Lacaze und Christine Groult) Astrid Pernille Hartmann (damals Präsidentin KVAST) auf dem Panel mit Fredrik Andersson (Programmdirektor Royal Stockholm Philharmonic Orchestra/Stockholm Concerthouse), Bettina Wackernagel (Artistic director Heroines of Sound Festival), Julia Gerlach (Secretary of the music section, Akademie der Künste), Claire Renard (Komponistin, Vize-Präsidentin Plurielles34) und Lucie Prod’homme (Komponistin).
Et voilà – ich freue mich sehr auf eine künftige Zusammenarbeit, auch für weiteres internationales Netzwerken!
Mit großem Dank besonders an Astrid Pernille Hartmann, Guldkvasten-Preisträgerin und Präsidentin von KVAST, Swedish Association of Women Composers 2016 bis 2021, die von meiner Arbeit so begeistert war/ist, dass sie mich zu diesem Sitz im Beirat von KVAST eingeladen hat.
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im Jahr 2020 habe ich mir zu Weihnachten einen musikalischen Adventskalender durch die Frauenmusikgeschichte ausgedacht, der bis einschließlich 25. Dezember auf meinem Twitter-Profil @Donauschwalbe und unter dem Hashtag #AdventInFemDur täglich morgens ab 7 Uhr ein neues ‚Türchen‘ mit Musik und Information bot:
unter diesem Hashtag findet ihr ab morgen bis einschließlich 25. Dezember jeden Tag um/ab 7 Uhr morgens ein virtuelles Türchen zu einem musikalischen Adventskalender durch die #Frauenmusikgeschichte.
Ihr Lieben,
unter diesem Hashtag findet ihr wie letztes Jahr vom 1.-27. Dezember jeden Tag um/ab 7 Uhr morgens ein virtuelles Türchen zu einem musikalischen #Adventskalender durch die #Frauenmusikgeschichte.
Lasst euch überraschen & labt euch daran 🎄
Eure Sou pic.twitter.com/SdpUbJQdFR
Packend wie ein Ringkanon: In Deutschland wie Europa gibt es zahlreiche Institutionen und Initiativen zu Frauen und Gender-/Geschlechterfragen in der Musik. Das in den letzten Jahrzehnten entstandene Netzwerk wächst stetig weiter. Im Fokus steht neben Netzwerkarbeit auch die Quellenarbeit: Wo kann man etwas zu Komponistinnen finden? Wie kann ich mich als Musiker:in engagieren?Wo kann ich mich einklinken und zum Fortkommen dieser reichen Kulturlandschaft beitragen?
Ein neuer Überblick aus unter anderem meiner Feder zum Stöbern – über die GEDOK, das Archiv Frau und Musik/Internationaler Arbeitskreis Frau und Musik (Frankfurt/Main), die Internationale Komponistinnen-Bibliothek Unna, musica femina münchen, Komponistinnen und ihr Werk (Kassel), das ForumMusikDiversität (Schweiz), das CID – Fraen an Gender (Luxemburg), das Sophie Drinker Institut (Bremen), MUGI (Hamburg), das Forschungszentrum Musik und Gender (HfMT Hannover), die Mariann Steegmann Foundation, den Furore- (Kassel) und den Certosa-Verlag (Klein-Winternheim). Wahre Schätze!
Packend: Einblick
1979 entstand das erste und bis heute umfangreichste internationale Archiv für Werke von Komponistinnen und andere Zeugnisse des kulturellen Handelns von Frauen in der Musik: das Archiv Frau und Musik. Dem vorangegangen war die Gründung des Internationalen Arbeitskreises Frau und Musik (IAK) auf Initiative der Dirigentin Elke Mascha Blankenburg. Zweck des Vereins laut Gründungsdokumenten ist es, „Kompositionen von Frauen in Vergangenheit und Gegenwart ausfindig zu machen, zu sammeln und aufzuführen und sie damit einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen“.
Eine Fülle an Musikalien, bis dahin privat gesammelt, wurde nun zu einem öffentlichen Archiv. Zum Bestand zählen alle Arten von Materialien, die das Wirken von Frauen in der Musik dokumentieren, vor allem aber Noten, Publikationen, Handschriften, Fotografien sowie Archivalien und Instrumente. Er umfasst heute rund 26.000 Medieneinheiten.
+++Update (Sept. 2020)+++ Komponistinnen war gleich in vier Kategorien für den OPUS-KLASSIK-PREIS 2020 nominiert und gewann in der Kategorie beste audiovisuelle Musikproduktion
+++Update (Feb. 2019)+++
„Musik steht in Claras [Clara Schumanns] ganzem Leben als durchdringender Strom im Vordergrund, nicht Musik als faktische oder spekulative Funktionalisierung sozialen, ideologischen oder psychischer Teilbereiche. Das ist eine Stufe der Rezeption, die auch der hier in einer verkürzten Collage gezeigte Dokumentarfilm Komponistinnen (D 2018) von Tim van Beveren und Kyra Steckeweh einfordert und weitaus mehr bedeutet als die Würdigung von Komponistinnen unter politischen, emanzipatorischen oder anderen Implikationen: Deren Werke sollen mit der gleichen Selbstverständlichkeit rezipiert werden wie die Ouevres von Männern. Es geht nicht um Quoten, sondern um den Abbau des Legitimationsdrucks gegenüber dem Schaffen von Frauen generell. Dieser wird aber noch oft durch voreingenommene Wertungen verhindert.“
(nmz online, 10. Februar 2019) „+Update+ „KOMPONISTINNEN“ | Film-Doku“ weiterlesen
„In der Musikgeschichtsschreibung und in Schulbüchern finden sich in der Regel kaum komponierende Frauen. Dabei ist die Sichtbarkeit von Künstlerinnen so wichtig – nicht nur für ihr Werk und Wirken, sondern auch für den Nachwuchs, wie Geena Davis es mit ihrem Slogan „If she can see it, she can be it™“ auf den Punkt bringt. […] 2016 kam die Studie Frauen in Kultur und Medien des Deutschen Kulturrates zu dem Ergebnis, dass trotz hoher Frauenanteile bei den Kompositionsstudierenden der Anteil bei den freiberuflich tätigen Komponist:innen wie auch bei Hochschulprofessor:innen weit unter Parität liegt. […] Frauen-Musikorganisationen fordern darum Richtlinien für den Musikbetrieb, damit eine paritätische Repräsentanz der Musik von und mit Frauen in Konzerten, den Medien, bei Festivals, in den Hochschulen, in Schulmusikbüchern, bei Wettbewerben und Preisvergaben endlich Standard wird.“
Weitere Artikel aus u. a. meiner Feder für das DDF:
Zum Nachhören: Ulla Zierau vom SWR2 im Treffpunkt Klassikim Interview mit mir zum 8. März (Internationaler Frauentag; Erstausstrahlung 5. März 2020) zum Thema Sicht- und Hörbarkeit von Komponistinnen. Zahlen, Daten und Fakten aus Geschichte und Gegenwart – für eine paritätische Zukunft.
+++Update 8. März 2021+++
Leider existiert der Beitrag unter obigem Link nicht mehr bei SWR2. Ich lasse das hier aber trotzdem mal stehen – auch das ist ein Teil von Sichtbarkeit…
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Für die BR-Klassik-Sendung Allegro (3. Juli 2019) wurde ich zum Thema Warum gibt es so wenig Netzwerke für oder von Frauen in der Musik befragt, aber eigentlich muss man fragen: Es gibt sehr viele, aber warum kennt man sie nicht?
Eine Grundlage in Deutschland schuf dafür 1979 der Internationale Arbeitskreis Frau und Musik e. V., der auch das Archiv Frau und Musik gründete. Dieser Verein gilt als „Mutter“ aller europäischen Frauenmusiknetzwerke, der auch eng mit dem Münchner Verein und Netzwerk musica femina münchen kooperiert. Auf der Website des Archivs findet man verschiedene Links, in denen Frauenmusiknetzwerke zusammengetragen wurden – je mehr, desto besser. Zu Frauenmusikinstitutionen gelangen Sie unter diesem Link, und zu vielen weiteren Online-Quellen und Social-Media-Empfehlungen unter diesem Link, die ich in meiner Arbeit für dieses Archiv zusammengetragen habe.
Dass man so wenig über Frauenmusiknetzwerke weiß, hängt damit zusammen, dass über viele Jahrhunderte und Jahrzehnte Musik von Frauen v. a. in der Musikforschung so gut wie nicht beachtet wurde und Musik von Frauen bzw. Komponistinnen nicht für gleichwertig erachtet wurden. Das brachte erst die Zweite Frauenbewegung mit sich seit Ende der 1960er Jahre. Trotz über 40 Jahren fundierter Forschung in diesem Bereich findet man die Leistungen von Komponistinnen und Dirigentinnen bis heute so gut wie nicht in Schulmusikbüchern oder als selbstverständlichen Anteil in der Lehre an Musikschulen und Musikhochschulen.
Man findet sie höchstens in Nebensätzen als „Frau von“, „Schwester von“ oder „Muse von“, aber nicht als eigenständige Persönlichkeiten mit immensen Verdiensten für das Gesamt-Kulturleben. Und genau das spiegelt sich auch in ihrem extrem niedrigen Anteil im alltäglichen Leben und Kulturleben, im Radiobetrieb, im Konzert- und Bühnenprogramm wieder. Aktuelle Zahlen, Daten und Fakten dazu finden Sie unter diesem Link zu meiner Festrede zum 30jährigen Jubiläum von musica femina münchen e. V., die zu einer Zornrede wurde.
Es ist längst Zeit, diese traurigen und beschämenden Zahlen zu ändern, vor allem dann, wenn es eigentlich wirklich nur um gute Musik geht.
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Eine neue Publikation zu meiner Forschungsarbeit zu Vilma von Webenau (1875-1953, erste bekannte Schülerin von Arnold Schönberg) ist nun als Blogtext erschienen als eine Art Vorschau auf eine geplante größere Publikation mit dem Certosa-Verlag mit bislang unveröffentlichten und unbekannten Neuauffindungen zu Vilmas Todesumständen, zu ihrem lesbischen Freundinnenkreis (war auch sie selbst eine „Lesbe unterm Hakenkreuz“?), zu ihrem Nachlass, mit Überlegungen zu ihrer durchaus möglichen Mozart-Urenkelinnenschaft bis hin zu Aufführungen ihrer Werke in Graz unter GMD Oksana Lyniv (2020) und in Wien unter Marin Alsop (Saison 2019/20)!
Und das alles wäre NICHT möglich gewesen ohne die Vorarbeit von musica femina münchen e. V. und dem großen Interesse an meiner Arbeit durch das Münchner Stadtmuseum, der MDW Universität für Musik und darstellende Kunst Wien, QWIEN, dem Primavera Festival Wien sowie zahlreichen begeisterten Leuten wie Andreas Brunner, Prof. Dr. Annegret Huber (mdw), Attilia Kiyoko Cernitori (Einstudierung/Dirigat von Webenau-Werken in Wien 2018), León de Castillo, Gerhard Alexander von Webenau, dem Frauen-Orchester-Projekt unter Leitung von Mary Ellen Kitchens (Einstudierung/Dirigat eines großen Webenau-Werks in Berlin 2018), Dr. Christian-Alexander Wäldner für u. a. Fotos von Vilmas ehem. Grablege, dem Archiv Frau und Musik für vorangegangene Veröffentlichungen dazu in der „VivaVoce“, dem Sophie Drinker Institut für eine ebensolche Veröffentlichung und so vielen mehr, die dafür gesorgt haben, dass ein Interesse an Leben und Werk von Vilma von Webenau nach „ganz oben“ durchgesickert ist. Das kam nicht von alleine.
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Teil 2 meiner Linksammlung zu bunten Meldungen aus aller Welt aus dem Nähkästchen geplaudert:
Zwei Latin Grammys für Claudia Montero! Ihr Gitarrenkonzert erhielt die Auszeichnung als bestes zeitgenössisches/klassisches Werk, ihr Album Mágica y Misteriosa wurde als bestes Album ausgezeichnet (latingrammy.com)
Aus einer Vielzahl an aktuellen Meldungen biete ich hier und in Zukunft einen bunten Sammelthread mit musikalisch-künstlerischen Leckerbissen und Nachrichten aus aller Welt, bequem zum Durchklicken frisch auf den Tisch rund ums Thema „Frau und Musik“
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