KOMPONISTINNEN – Neue Film-Doku

Premiere Komponistinnen im Babylon-Kino Berlin © Susanne Wosnitzka
Premiere Komponistinnen im Babylon-Kino Berlin © Susanne Wosnitzka

Am Donnerstag, 31. Mai 2018, feierte im Babylon-Kino Berlin ein ganz besonderer Film eine rauschende Premiere. Komponistinnen ist die brandneue Film-Dokumentation der Leipziger Pianistin Kyra Steckeweh und ihrem preisgekrönten Kameramann und Mitproduzenten Tim van Beveren. In Kooperation z. B. mit dem Archiv Frau und Musik in Frankfurt/Main entstand in mehrjähriger Arbeit eine abendfüllende Dokumentation (rund 90 Minuten), die von ihrem Umfang und Inhalt weltweit bislang einzigartig ist. Sie wurde hauptsächlich aus privaten Mitteln und über ein erfolgreiches Crowdfunding finanziert (startnext) und wäre ohne die Unterstützung von Mäzen*innen nicht zustande gekommen.

Komponistinnen – Fanny Hensel, Lili Boulanger, Mél Bonis, Emilie Mayer

Vorgestellt werden darin vier sehr verkannte aber zu ihren Lebzeiten teils damals bereits äußerst bekannte Komponistinnen, die von der Familie abgehalten wurden, zu komponieren und zu veröffentlichen (Fanny Hensel), oder die – im Gegensatz – selbstverständlich gefördert wurden, aber trotzdem „KOMPONISTINNEN – Neue Film-Doku“ weiterlesen

Die Löwinnen von Paris – Frauen in Hosen an vorderster Front

Für diesen Vortrag öffnet Susanne Wosnitzka ihre Schatzkiste an Wissen mit absolut neuen Erkenntnissen aus historischen Zeitungen zu Frauen in Hosen – darunter auch Lesben – aus der Zeit zwischen 1750 und 1850. Sie entblättert bislang unveröffentlichtes Material zu Heldinnen auf Schlachtfeldern, Frauenarmeen um 1800 in Europa, Vorkämpferinnen der Menschen- und Frauen(wahl)rechte in völlig neuer Facette.

Darunter waren die „Löwinnen von Paris”, die selbstbewusst neue feministisch-modische Zeichen setzten, von der Justiz angeprangerte Frauen lautstark unterstützten, gesellschaftliche Tabus brachen und untereinander bestens vernetzt waren. Von Petitionen um 1830, die gegenderte Sprache forderten! Von großen Frauendemos in London bereits 100 Jahre vor der Suffragettenbewegung!

Warum war es trotzdem bis weit in die Mitte des 19. Jahrhunderts möglich, ungeliebte Ehefrauen in England auf dem Markt zu verkaufen, und was hielt man in Deutschland davon? Feministisch-lesbische Subkultur, die salonfähig wurde. Was hatte George Sand damit zu tun?

Eintritt: frei (um Spende wird gebeten)

Sehen im Nicht-Sehen

Maria Theresia Paradis. Zeichnung von F. Parmantié, 1784. © Wikimedia.Commons (allgemeinfrei)
Maria Theresia Paradis. Zeichnung von F. Parmantié, 1784. © Wikimedia.Commons (allgemeinfrei)

Erstmals veröffentlicht am 4. April 2016 auf Facebook

Inspiriert durch den Versuch einer Facebook-Followerin, einer blinden jungen Frau zu erklären, wie Sterne aussehen oder wie sie sich anfühlen können, habe ich mich an eine Begebenheit der blinden Komponistin Maria Theresia Paradis erinnert, die durch magnetische Behandlung plötzlich die Sterne sehen konnte, aber den Klang ihrer Musik verlor.

Ich erzähle eine Geschichte von ihr: Es war einst ein kleines Kind, das ein ganz furchtbares Erlebnis gehabt haben musste, denn es wurde über Nacht blind. Man erzählte, es sei ein Feuer gewesen, das sie erschreckt habe, aber vermutlich war es Missbrauch: Ihre Augen verdrehten sich nach innen, sodass es absolut dunkel um sie wurde. Bald darauf stellte man fest, dass sie eine wunderbare Begabung für die Musik hatte und fantastische Melodien auf dem Klavier spielen konnte. Sie erhielt regelmäßig Unterricht und wurde zu einer Sensation, die auch eine Art Rente vom Kaiserhaus bekam. Manchmal spielte sie auch Orgel in einer der Wiener Innenstadtkirchen.

Karriere

Und Maria Theresia Paradis schrieb gern: Eigene musikalische Werke und Briefe an Menschen, die sie über Gespräche und sonstigen Austausch in privaten „Sehen im Nicht-Sehen“ weiterlesen

Schuld war wie immer die Frau?

Madame de Staël 1812 © Wikimedia.Commons (allgemeinfrei)
Madame de Staël 1812 © Wikimedia.Commons (allgemeinfrei)

In den Jahren nach 1800 drängte Napoleon seine Armeen durch Europa. Seine Taten und Untaten sind bekannt und auch, wie er mit Frauen umging. Eine der aufmüpfigsten Frauen dieser Zeit war Madame Germaine de Staël (1766–1817), die man heute als Literatursoziologin bezeichnen würde. Deren Vater war Jacques Necker, Finanzberater von König Ludwig XVI., der aus dem Amt verwiesen wurde. Wie es mit Ludwig ausging, ist ebenfalls bekannt. Durch dieses hohe Amt und diese für das französische Volk unglaublich hohe Verantwortung, geriet auch Neckers Tochter aufs Tapet der Öffentlichkeit.

Kritische Schriftstellerin und Feministin

Sie verfasste kritische Schriften zur damaligen Zeit und v. a. zu Männern (z. B. Briefe über den Charakter und die Schriften von Jean-Jacques Rousseau 1786/87). In ihrem Salon trafen sich zu Revolutionszeiten die gemäßigten Revoluzzer. Als die Revolution zunehmend radikaler wurde, war es ihre Idee, die königliche Familie 1792 zur Flucht zu bewegen (was scheiterte und als Hoch- und Landesverrat angesehen wurde). Sie musste dann selbst fliehen und „Schuld war wie immer die Frau?“ weiterlesen

Lili und Nadia Boulanger | Vortrag

Nadia (18871979) und Lili Boulanger (18931918): Mit einem “Tatütata” von der Straße fing es an – Nadia (die ältere der beiden Schwestern) wollte wissen, warum ein “Tatütata” so klang wie es klang. Mit ihren kleinen Fingern am Klavier erschloss sich ihr so die Welt der Musik, die sie um nichts auf der Welt vernachlässigte. Im Alter von erst 16 Jahren verdiente sie ihren Lebensunterhalt als professionelle Orgelspielerin in Paris als Stellvertreterin und Nachfolgerin von Gabriel Fauré selbst. Als erste Frau am Pult bedeutender Orchester schuf sie für Frauen somit eine Lobby am Dirigierpult; als Musikpädagogin sorgte sie dafür, dass Astor Piazzolla den Tango als seine Linie und Ausdrucksmittel erkannte.

Die Schwestern Boulanger – Genies

Als Gründerin eines eigenen Musikinstituts in Fontainebleau setzte sie sich vor allem für eine französisch-amerikanische Freundschaft ein und führte mit ihren Ensembles erstmals Alte Musik auf. Zeit ihres Lebens setzte sie sich auch unermüdlich für das Werk ihrer früh verstorbenen Schwester Lili ein, die bereits als Achtjährige bei Gabriel Fauré Komposition studierte und 1913 erste Preisträgerin des Premier Grand Prix de Rome als erste Frau überhaupt wurde. Von Ricordi mit einem Arbeitsvertrag bedacht, konnte sie ihren Lebensunterhalt selbst verdienen – über Nacht wurde Lili so zu einer weltweiten Sensation. Heute ist Lili Boulanger meistaufgeführte Komponistin und gilt als Wegbereiterin und Hauptfigur des französischen Impressionismus.

Neue Film-Dokumentation

Am 31. Mai 2018 feierte der Dokumentarfilm Komponistinnen in Berlin Premiere (Produktion: Kyra Steckeweh/Tim van Beveren), in dem Leben und Werk von Fanny Hensel, Lili Boulanger (18931918), Mel Bonis (18581937) und Emilie Mayer (18121883) beleuchtet und teils in ein neues Licht gerückt werden. In diesem Film spreche ich als Expertin über Fanny Hensel und Lili Boulanger. Diese herausragende Dokumentation stellt weltweit die bislang umfangreichste filmische Präsentation von Komponistinnen dar.

Hörbeispiele:
Lili Boulanger, Cortège

Nadia Boulanger, Lux aeterna

Kosten:
300 € pro Vortrag (ca. 90 Minuten; Anreise/Übernachtung exklusive)

Ideal für Kulturzentren, Firmenfeierlichkeiten, private Feste wie Geburtstage etc. – beschenken Sie einen Freund/eine Freundin oder Ihre Kundinnen und Kunden mit einem Vortrag aus meinem Repertoire | Hausvorführungen möglich – Beamer und weitere technische Gerätschaften vorhanden

Germaine Tailleferre (1892–1983) | Vortrag

Germaine Tailleferre (18921983): Eine spontane Taxibekanntschaft, mit der sie sich rasch verheiratete, schoss ihr ein Kind aus dem Bauch – ihre Erlebnisse verarbeitete sie u. a. in wundervollen Konzerten für Harfe. Obwohl in der Künstler/innen-Szene von Paris etabliert, fühlte sie sich zeitlebens oft unsicher und zweifelte an ihrem Können und Talent. Als einzige Komponistin der Groupe des Six (mit Georges Auric, Louis Durey, Arthur Honegger, Darius Milhaud und Francis Poulenc), die sich um Jean Cocteau gebildet und in Eric Satie einen musikalischen Anführer hatte. Gemeinsam wollte die Groupe des Six weg vom Ideal der Romantik und v. a. vom alles überlagernden Stil Richard Wagners. Als Wegbereiterin der gehobenen Unterhaltungsmusik war Germaine Tailleferre auch die erste Komponistin, die sich mit dem neuen Metier “Film” auseinandersetzte und dafür zahlreiche Werke verfasste. Im Alter als Musikpädagogin an Pariser Schulen arbeitend, wurde sie von vielen Kindern als “Frau aus dem Lexikon” bewundert.

Hörbeispiel:
Germaine Tailleferre, Concertino pour harpe et piano (1927)

Kosten:
300 € pro Vortrag (ca. 90 Minuten; Anreise/Übernachtung exklusive)

Ideal für Kulturzentren, Firmenfeierlichkeiten, private Feste wie Geburtstage etc. – beschenken Sie einen Freund/eine Freundin oder Ihre Kundinnen und Kunden mit einem Vortrag aus meinem Repertoire | Hausvorführungen möglich – Beamer und weitere technische Gerätschaften vorhanden