(Vielleicht) Letztes Privatinterview mit Johannes Mario Simmel

Bücher von Johannes Mario Simmel zu verschenken © Susanne Wosnitzka
Bücher von Johannes Mario Simmel zu verschenken © Susanne Wosnitzka

Habe ich euch schon die Geschichte erzählt, wie mir der Schriftsteller Johannes Mario Simmel (1924–2009) sein (vielleicht) letztes Interview gab?

An der Universität Augsburg studierte ich nicht nur Musikwissenschaft, sondern im Nebenfach auch Europäische Ethnologie bzw. Volkskunde, wie es damals noch hieß. Die heutige Präsidentin der Uni, Prof. Dr. Sabine Doering-Manteuffel, war damals Lehrstuhlinhaberin und meine Dozentin. Später legte ich auch alle meine Prüfungen in diesem Fach bei ihr ab. Dieses Fach fiel mir zu – schon von klein an nahmen meine Eltern mich und meine Schwester in jedem Urlaub und auch so in jedes erreichbare Heimat- und Kunstmuseum mit. Dieses Fach war mehr Bestätigung meines Wissens denn forderndes Studium. Prof. Dr. Doering-Manteuffel hatte immer die spannendsten Seminare. Eines davon war ein ganzes Semester lang zu sog. Trivialliteratur, und wir nahmen alles durch, vor allem das, was viele schon als Kinder verschlungen hatten:

Sämtliche Internatsliteratur wie Hanni und Nanni, Dolly und Fünf Freunde, aber auch Werke von Rosamunde Pilcher und „(Vielleicht) Letztes Privatinterview mit Johannes Mario Simmel“ weiterlesen

+Update+ KOMPONISTINNEN – Neue Film-Doku

Premiere Komponistinnen im Babylon-Kino Berlin © Susanne Wosnitzka
Premiere Komponistinnen im Babylon-Kino Berlin © Susanne Wosnitzka

+++Update (Feb. 2019)+++
“Musik steht in Claras [Clara Schumanns] ganzem Leben als  durchdringender Strom im Vordergrund, nicht Musik als faktische oder spekulative Funktionalisierung sozialen, ideologischen oder psychischer Teilbereiche. Das ist eine Stufe der Rezeption, die auch der hier in einer verkürzten Collage gezeigte Dokumentarfilm Komponistinnen (D 2018) von Tim van Beveren und Kyra Steckeweh einfordert und weitaus mehr bedeutet als die Würdigung von Komponistinnen unter politischen, emanzipatorischen oder anderen Implikationen: Deren Werke sollen mit der gleichen Selbstverständlichkeit rezipiert werden wie die Ouevres von Männern. Es geht nicht um Quoten, sondern um den Abbau des Legitimationsdrucks gegenüber dem Schaffen von Frauen generell. Dieser wird aber noch oft durch voreingenommene Wertungen verhindert.”
(nmz online, 10. Februar 2019)

+++Update (Jan. 2019)+++
Auch beim 10th World Music and Independent Film Festival in Washington D.C./USA hat der Dokufilm abgeräumt als best feature documentary!

+++Update (Sept. 2018)+++
Soeben erreichte mich die tolle Nachricht, dass diese Komponistinnen-Doku beim Alivedoc International Documentary Film Festival Los Angeles/USA in der Kategorie best documentary made by or about women gewonnen hat!

Am Donnerstag, 31. Mai 2018, feierte im Babylon-Kino Berlin ein ganz besonderer Film eine rauschende Premiere. Komponistinnen ist die brandneue Film-Dokumentation der Leipziger Pianistin Kyra Steckeweh und ihrem preisgekrönten Kameramann und Mitproduzenten Tim van Beveren. In Kooperation z. B. mit dem Archiv Frau und Musik in Frankfurt/Main entstand in mehrjähriger Arbeit eine abendfüllende Dokumentation (rund 90 Minuten), die von ihrem Umfang und Inhalt weltweit bislang einzigartig ist. Sie wurde hauptsächlich aus privaten Mitteln und über ein erfolgreiches Crowdfunding finanziert (startnext) und wäre ohne die Unterstützung von Mäzen*innen nicht zustande gekommen.

Komponistinnen – Fanny Hensel, Lili Boulanger, Mél Bonis, Emilie Mayer

Vorgestellt werden darin vier sehr verkannte aber zu ihren Lebzeiten teils damals bereits äußerst bekannte Komponistinnen, die von der Familie abgehalten wurden, zu komponieren und zu veröffentlichen (Fanny Hensel), oder die – im Gegensatz – selbstverständlich gefördert wurden, aber trotzdem „+Update+ KOMPONISTINNEN – Neue Film-Doku“ weiterlesen